Kurve Kratzen

Lass uns die Kurve kratzen,
Bevor wir ab… naja du weißt schon!
Jetzt ist die Zeit,
nicht später, nicht dann, nicht-
irgendwann kann man nicht mehr zurück.
Ist gefangen im goldenen Käfig.
Hat alles,
alles hat
einen gefesselt an das hier und jetzt,
jeder Freiraum ist besetzt mit Terminen.
Gehetzt Tag ein Tag aus-
schalten ist Luxus.
Zeit ist Geld!
Geld ist rar-
machen wir uns.
Auf geht’s
Los dahin wo nichts ist außer nichts,
und niemand wird uns stören.
Auf der Insel , der See liegen.
In den Himmel schauen. Sterne zählen,
Wählen unseren Weg
Gehen drauf los.
Es wird Zeit abzuhauen, bevor sie,
er uns kriegt der Schweinehund.
Weg aus dem Arbeitsmarkt.
Lemmingjagd, sprungbereit
Ich stehl mir Lebenszeit und du kommst mit-
machen, lachen, Dinge tun
die uns gut tun.
Dekadent mit Sonnenbrand.
Meeressandzeit durch die Finger rieseln lassen.
Kokosnuss ab-
hängen und wellenförmig treiben im
Tun des Nichts tun-
wir einfach worauf wir Bock haben.
Du und ich-
denk mir das so aus
und vorbei-
zieht der Karrierezug,
fährt ab ohne uns,
denn wir schwimmen
zur Insel
der See
liegen.

 

nov 2014

[10 A- Heiligenstadt… der ***** Bus steckt scho wieder im Stau]

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Vogelfreiheiten

Sei frei wie ein Vogel, neben mir.
Zieh deine Kreise am Horizont, lass dich vom Wind treiben in die
entlegensten Ecken wunderbares Wesen du.
Sei frei wie ein Vogel, ich halte dich nicht auf.
Geh wohin du willst, Grenzen gibt es nur in deinem Kopf.
Lass los und zieh deine Kreise, schau manchmal hinab ob du mich siehst.
Auch ich jederzeit bereit zum Abflug, ruhe in Stille, voller Stolz,
mit offenen Augen und Herz, blicke ich zu den Wolken und Sternen ob
ich dich sehen kann. Ob es Zeit ist ein Stück gemeinsam durch die
Lüfte zu gleiten, den Wind zu spüren, die unendliche Grenzenlosigkeit
des Seins zu genießen, vogelfrei aber trotzdem verbunden.
Durch ein Band, unsichtbar, sich mit jedem Flügelschlag verstärkend,
wachsend in jeder Minute die wir uns in Dankbarkeit und Freiheit
schenken, reisen wir ein Stück gemeinsam.
Seite an Seite von Sonnenauf- zu Sonnenuntergang.
Bis die Zeit kommt an der du deinen Blick gegen den Himmel richtest um
nach mir Ausschau zu halten, dein Herz einen Takt schneller schlägt
wenn du mich mit großen Schwüngen im Schatten der Sonnen vorbeiziehen
siehst und ich dir ein Lächeln zu werfe.
Wissend, dass meine Freiheit auch deine bedeutet, dass meine Liebe in
mir wächst, zu mir, zum Leben, das deine zu dir und zur mir nur
gedeiht, weil es keine Grenzen gibt, hoch oben am Himmel, vogelfrei,
verbunden aber nicht angebunden.

 

september 2014

[ Grad Krk—Arnsfeld]

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Auszug aus dem Katalog der Blicke im öffentlichen Raum

Blick 1: “ Geile Sau“

Kompromittierter Blick, meist starrend und reizend, oft wird dem ein
Zwinkern, räuspern oder sonstiger verbale Fehltritte nachgeschickt.

Blick 2: „Kopf-bis-Fuß“

Meist bewusst mehrere Sekunde zu lange.
Beginnend bei den Schuhen wird das Styling bis zum Kopf bewertet.
Dabei weiten sich die Augen merklich, der Schritt aber bleibt im
Gehtempo. Wie man abgeschnitten hat kann man oft schon am Abgang merken.

Blick 3 “ Side-View“

Seitwärts gerichtete Augenakrobatik. Aus dem Augenwinkel ohne den Kopf
verräterisch zu drehen wird das Gegenüber abgecheckt

Blick 4 „Arschblick“

Opfer sind nicht nur weibliche sondern auch männliche Hinterteile. Ob’s
Anziehung oder Verachtung ist, auf jeden Fall bohrt sich der Blick in
Birnen, Apfel und sonst was Form.

Blick 5 „Gschissana“

Vordernd. Geht mit einem durchgedrückten Rücken einher. Wenn man
nicht gerade Lust auf eine Strassenschlägerei hat, ist es ratsam dem
Blick NICHT standzuhalten auch wenn die Provokation am Ego kratzt.
Bei manchen reicht schon eine Anblickzeitüberschreitung von wenigen
Zehntelsekunden um mit einer saftigen Watschen rechnen zu können.
Blick 6″ Kenn i di?“

Förmlich kann man das hinter den Augen liegende Hirnkastl rattern
sehen. Wie hypnotisiert und abwesend wirkend sucht das Gegenüber verzweifelt
nach passenden Vergleichsbildern.

Blick 7 „Brain Dead“

Oder wie der Volksmund sagt „:.. ins Narrenkastl starrend“, ist man sich
nicht sicher ob man selbst gemeint ist oder doch die Person hinter,
neben oder vor einem. Narrenkastlstarrer entgleisen auch nicht selten
die gesamten Gesichtszüge was dem Starrer ein leicht dümmliches
Aussehen verleiht.

Blick 8 “ Partner in Crime“

Menschliches Fehlverhalten im öffentlichen Raum kommentierend sucht man
mit dem Blick nach Gleichgesinnten welche die eigene Brüskierung
teilen.
Mit einem abschätzenden Nicken oder einem verbindenden Lächeln wird
der Blickkontakt meist beendet.

Blick 9  “ oh happy day“

Ja auch solche strahlende Momente gibt es. Wenn einem die Sonne aus
dem Arsch scheint und alles „pa tschu tschu“ ist und man lächelnd
durch Wien zieht und man erfrischende Blicke austeilt und diese Oh Wunder auch genauso
erwidert werden.

Blick 10 “ Stopp den Bus“

Hilfeblicke gibt es viele, aber einer ist ganz besonders fordernd.
Beförderungswillige Personen welche aus welchen Gründen auch immer es
nicht geschafft haben vor dem Schließen der Bustüre einzutreten,
schicken Hilfesuchende Blicke an jene glückliche die schon im
Transportmittel verweilen. Sie mögen doch probieren noch einmal den
Halteknopf von innen zu drücken um die Chance eines wo möglichen
Einsteigens zu vergrößern.

Blick 11 “ Fake“

Oder auch „der-ich-tu-so-als-würd-ich-woanders-hinsehen-Blick“.
Manchmal, aus Scham oder Schüchternheit ist ein offensichtlicher
Blickkontakt nicht möglich. Dann greift Passant gerne zum ditsawiwh-
Blick.
Heißt, suche dir ein Objekt, Gegenstand deiner Wahl möglichst im
Hintergrund der zu beobachtenden Person. Fixiere dann jenes, nutze
aber den eigenen Blickwinkel um eben, heimlich aber doch genau dahin
sehen zu können wo es das eigentliche Interesse hinzieht.

Blick 12 „Police man“

Wahrscheinlich von der Exekutive beinhart trainiert und meist auch vom
selbigen angewendet. Ein Blick und man hat sofort das Gefühl etwas
falsch gemacht zu haben, ein Schwerstverbrecher auf der Flucht zu
sein oder gerade Banküberfallsmillion im Einkaufssackerl
wegzuschleppen. Wegschauen hilft da auch nicht. Man könnte sich
dadurch ja selbst verdächtig machen. „Wer wegsieht hat etwas zu
verbergen, oder Herr Inspektor?“

Blick 13 „Nicht erkennen wollen Blick“

Ist der verzweifelte Versuch sich hinter sich selbst zu verstecken,
wenn man zum Beispiel unpassender Weise eine One Night Stand
Bekanntschaft trifft oder etwa man als Schulestangler blöderweise den
Klassenvorstand im Bus begegnet und eben nicht erkannt, ertappt oder
gesehen werden will.

 

juni/juli 2014

 

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„So WHAT“…

„So what“…

„So what“ sagt der Wind und treibt die Wolken auf denen wir sitzen
auseinander.
Jede in eine andere Richtung.
Wir sitzen auf Wasserdampfpolstern, weich und sanft geht die Reise.
„So what“ sagte das Schicksal und trieb uns zusammen. Jeden aus einer
anderen Richtung.
„So what“ sagte das Herz leise, schaute schüchtern und zaghaft in die
Augen des Anderen.
“ So what“ sagten wir dann und zeichneten wie Kinder die himmelblauen
Wolken auf den wir sitzen in unsere Lebensgeschichtenbücher.
Eine für mich und eine für dich.
Wir falten Papierflieger daraus und übergeben sie dem Wind, zurück in die Hände des Schicksals mit strahlenden Herzen.

 

august 2014

[Bahnhof Görlitz]

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Rolltreppdepp

Sonderlinge benützen Treppen!
• Menschen mit physiotherapeutischen Auftrag
• Gesundheisstnazis
• Besitzer von Angsthunden
• Schweinehundüberwinder
Alle anderen bei klarem Verstand nehmen die Rolltreppe.
Reihen sich in der Rushhour brav in die elendslange Schlange ein.
Warten drängelnd auf den ersten Schritt. Rempeln und stoßen. Fahren
gelassen.
Gehen ist unnatürlich, dann muss Treppensteigen einem Suizid gleich
kommen. Völlig fehlinvestierte Muskelkontraktion. In den Wind
gepfefferter Kalorienverbrauch.
Aus dem Augenwinkel werden die treppenbenützenden Sonderlinge
beobachtet. Argwöhnisch beäugt.
Was für schreckliche Unfälle doch nur passieren könnten. Dramen-
Treppentragödien, allesamt mit bitteren Ende. An den Rollstuhl
gefesselt. Dann doch lieber die Rolltreppe.
Sollen sich doch die Sonderlinge das Rückgrat brechen. Geschieht ihnen
doch recht. Warum müssen sie sich auch so exponiert im öffentlichen
Raum bewegen. Sozusagen ein bewegtes Statement setzen, mit dem Finger
auf all die Rolltreppfahrer zeigen. Da nimmt man gerne den Anblick
eines Salto-Mortale treppab von einer durchtrainierten Mittdreißigerin
mit Knack Popo in Kauf. Ja um den Hintern ist es Schade. Der war schon
ein Augenschmaus. Aber Hauptsache diese Treppensteigerei hat endgültig ein
Ende. Ist kaum auszuhalten wie diese Sonderlinge einen an die eigene
Faulheit erinnern. Pfui!

 

mai 2014

[U3 Neubaugasse]

 

 

 

 

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In Belgrad fallen Kühe von den Dächer

Sie ist hängen geblieben. Mit dem rechten Vorderhuf in der Regenrinnen.
Dragica die Kuh mit prall gefüllten Eutern.
35 Stockwerke tiefer gab es ein unvorstellbare Sauerei und einen
Milchshake der sich noch Gassen weiter unter Einwirkung der glühenden
Sommerhitze in Buttersäure verwandelte.
Dragica liebte es knapp am Abgrund am Zaun zu stehen um über die
Dächer von Belgrad zu sehen. In Erinnerungen an Wiesen und Felder
schwelgend war sie einmal nicht ganz bei der Sache.
Die liebliche Stimme ihrer Penthousebäuerin riss sie aus den Träumen.
Ergeben wollte sie sofort dem morgendlichen Melkruf folgen. Die Euter
brannten schon und zerrten schwer am Unterbauch. Der Erlösung entgegen
strebend bemerkte sie nicht das sich ihr linker Vorderhuf unter der
letzten Zaun Latte und dann in der folgenden Regenrinne verkantet hatte.
Gut gelaunt wollte sie einen Satz zu Seite machen, dabei hebelte sie sich aber
selbst aus.
Geschüttelt nicht gerührt.
20 Liter feinste Kuhmilch stoben beim Aufprall in alle erdenklichen
Richtungen.
Autos, Fußgänger, Busse Häuserwände wurden rot weiß gesprenkelt.
500 kg Fleisch, Innereien und Knochensalat galt es nun von der Bäuerin
wieder auf das Dach des Hochhauses zu schaffen.
Auf dem sich zig mal wiederholenden Weg vom Dach auf die Gasse
schickte sie Einladungen an alle ihre Freunde, Verwandte und Nachbarn, lud
zu einer Grillparty. 500 kg Fleisch ließen sich schlecht einfrieren.
Kübelweise schleppe sie Dragica zurück aufs Dach.
In einem Stück wurde sie vor 3 Jahren aufs Dach gebracht.
Der Personenaufzug wurde als Transportmittel für Dragica ausgeschlossen. Es wurde ein Hubschrauber samt Tragegurt gemietet.
Damals hatte Dragica keine Ahnung was ihr blühen würde als die
Männer ihr Gurte umbanden und stetig miteinander diskutierten. Der
Hubschrauberlärm schreckte sie zwar aber beunruhigte sie nicht.
Erst als sie mit einem leichten Ruck vom Boden abhob wurde ihr mulmig
zu Mute. Stockwerk für Stockwerk zog der Helikopter Dragica höher und
mit jedem Stockwerk schwand ihre Angst und verwandelte sich in pure
Lust. Kleine Freuden Milchspritzer fielen wie Regentropfen zu Boden.
Unsanft landete sie auf ihre Weide 35 Stockwerke höher. Viel kleiner
als die auf der Alm, aber ihr gefiel sofort der Ausblick. Mit einem
zufrieden Grunzen ließ sie Einen fahren und begann sofort das mit
liebe gesägte Gras zu kauen.
Dragica war nicht alleine in Belgrad.
In der Nacht, wenn die Stadt ein klein wenig leiser wurde, konnte Dragica das Muhen anderer, Penthousekühe hören. Kühe am Dach, eine Hommage
an die verlassene Heimat, das Stücken Geschichte und Folklore das sich
die zu Geld gekommenen Bauern vom Lande leisteten in ihrer neuen
Heimat. Belgrad

 

mai 2014

[Danke Herr M!]

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Salonfähige Misantrophie

Salonfähige Misanthropie

Ja ich kann jeden Tagen miese Laune schieben.
Und ja daran zeige ich wahrlich durchhalte Vermögen und
Widerstandsfähigkeit. Habe das allgemein Granteln zu einer Disziplin
höchster Meisterschaft gebracht.
Queen of „Leckst mich alle mal am Arsch ihr unnötigen Vollidioten“
Per exe Lance zelebriere ich mein tägliches Ritual im herumgifteln an
pöbeln und rumschimpfen.
„Alle deppert nur ich nicht“… mein Mantra sobald ich auf die Gasse
gehe. Und da bin ich nicht alleine.
Schlechte Laune scheint in Wien keine Unart sondern ein sich
anzueignendes Softskill zu sein. Wer Oasch drauf ist wirkt gleich mal
integrierter. Wer gescheit schimpfen kann hat Deutsch gelernt und
zeigt Willen zur Anpassung.
Lächeln tun nur die Touristen oder Menschen die etwas zu verbergen
haben. Wer auf der Straße anderen ein Lächeln schenkt muss
offensichtlich gerade aus Gugging kommen, Tabletten nehmen, ein
bekiffter Hippie sein oder sonst einen noch nicht diagnostizierten
Schaden haben.
Was soll das überhaupt? Lachen schenken? Gratis gibt’s nichts auch
nicht meine Gesichtsmuskulaturspiele. Außerdem finde ich Lächelnde
Menschen hässliche Fratzenmonster. Da sieht man das faulige Mundwerk,
jede Falte und Runzel. Pfui. Ernst ist Nobel, glatt und respektvoll.
Wer in Wien der Hauptstadt der salonfähigen Misanthropie überleben
will der sollte schleunigst seine gute Laune bis zum Urlaub in die
Kommode sperren.
Statt “ Guten Morgen“- „Schau net so deppert!“ sagen und statt
Entschuldigung, „Schleich di, Gschisana“ in den Sprachwortschatz aufnehmen.
Außerdem ist immer anzunehmen das das Gegenüber ein
zurückgebliebener Vollwappler mit nur einer Gehirnzelle ist und man
sowieso von vornherein ein Recht auf alles hat.
Weiters gilt beim Autofahren so viel Stress wie möglich an allen
anderen abzulassen. Man kann davon ausgehen, dass man der einzige mit
einem Führerschein ist und alle anderen illegal und zum ersten Mal
Autofahren. Vorrang gilt immer und durchgehend für einen selbst.
Was nach einem Totalausfall von Wertschätzung und Respektvollem Umgang
klingt ist aber das kleine ungeschriebene ABC der Umgangsformen in der
lebenswertesten Stadt der Welt.
Hat man einmal alle diese kleinen Regeln des Alltags intus lebt es
sich hier wirklich gut. Schneller als man glaubt macht man es sich zu eigen.
Nationale Meisterschaft werden übrigens in jedem Beisl in Wien zur
späten Stunde ausgefochten. In den Olymp der Grantler steigt man
aber erst auf wenn man einmal ein hitziges Wortgefecht mit einem
Exekutivbeamten bestritten und hat und die Summe der Abstrafung wegen
Beamtenbeleidung das Gehalt eines Topverdieners im oberen Management
Übersteigt.
Ich auf jeden Fall bin fleißig am Trainieren meine Launen an andere
auszulassen, Pflege meine Religion des rüpelhaften Umganges und
schüre das Feuer der Grenzüberschreitungen. Es ist herrlich für
nichts verantwortlich zu sein, weil ja der andere immer der Arsch und
deswegen schuldig ist. Es ist toll immer zuerst zu pöbeln und dann erst zu fragen, das
nämlich schützt vor eventuellem Schahmmomenten und lässt jeden wissen wer da der Boss ist.
In diesem Sinne:
„Geht`s alle Scheissen, es Wappler und lost`s mi auglahnt!“

märz 2013

[ eines Nachts in Favoriten]

 

 

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